Coşkun Özgünel

Keywords: Dirmil, Karien, Protogeometrische Keramik, Geometrische Keramik, Westanatolische Archäologie

Abstract

Die 1963 in Dirmil (Karien) gefundenen geometrischen Vasen nehmen innerhalb der westanatolischen Töpfereikunst durch Form und Verzierung eine Sonderstellung ein. Aus dem gleichen Gebiet stammen die schon veröffentlichten Funde geometrischen Stils von TurgutLagina und Beçin (s. S. 9, 14, 16). Verglichen mit den Dirmil-Gefaßen sind sie jedoch als zweitrangige Arbeiten zu betrachten, und zwar sowohl in der Verarbeitung als auch in Form und Schmuck. Die im Vergleich mit Turgut-Beçin-Ware erstklassigen Dirmil-Vasen verdienen auch aus anderem Grunde Beachtung. Wahrend die karischen Stadte im Binnenland der Halbinsel von Halikarnassos, wie Turgut und Beçin, durch ihre Lage nur wenig von anderen geometrischen Töpferei-Zentren beeinflufit werden konnten, ist dieser EinfluB auf die Küstenstadte als wesentlich umfangreicher vorauszusetzen. Dirmil, an der agaischen Küste gelegen, hat von protogeometrischer Zeit an über die Seewegen zum Dodekanes, den Kykladen und dem griechischen Festland enge Verbindungen gehabt. Gute Beweise dafür sind die proto-geometrischen Gefaße aus der Grabkammer von Dirmil. Beziehungen karischer Küstenstadte zu den benachbarten Inseln lassen sich sogar bis in submykenische und mykenische Zeit zurückverfolgen. Bestatigt wird das unter anderem durch die mykenischen Funde der Grabungen von Müskebi (Ortakent) wahrend der letzten Jahre.